Schachfiguren aus alten Mandarinenschalen basteln und gegen sich selber Schach spielen, die Klassiker der Weltliteratur lesen – damit versuchte sich der Münsteraner Student Burkhard Seeberg zu beschäftigen, als er 1979 in der DDR zu drei Jahren Haft verurteilt wurde und zunächst isoliert in einer Einzelzelle untergebracht war.
Sein "Verbrechen": Er hatte versucht, seine Rostocker Freundin in den Westen zu bringen.
Sehr anschaulich berichtete der Zeitzeuge Burkhard Seeberg vor den Schülerinnen und Schülern des Zusatzkurses Geschichte in der Oberstufe über das Leben in der DDR und seine Erfahrungen als politischer Häftling in Berlin-Hohenschönhausen.
Derselbe Staat, der Fluchthelfer wegen "Menschenhandels" verurteilte, ließ politische Gefangene gegen viel Geld von der BRD "freikaufen", so auch Herrn Seeberg nach 13 Monaten Haft.
Die DDR war ein Unrechtsstaat, der seine eigene Bevölkerung akribisch überwachte, bespitzelte und kontrollierte. Daran zu erinnern, war Herrn Seeberg ein Anliegen.
Das Ratsgymnaium dankt dem Zeitzeugenbüro der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, das den Besuch möglich gemacht hat.


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