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Rats-Eltern zu Besuch in der Synagoge

Bereits am 6. November besuchten die Teilnehmer an Rats meets Rats die jüdische Synagoge in Münster. Da die Resonanz auf diese Veranstaltung sehr groß gewesen ist, haben wir eine zusätzliche Führung am 15. Januar angeboten.

Auch diese Veranstaltung wurde von Ruth Frankenthal durchgeführt, welche die knapp dreißig Eltern engagiert, humorvoll und mit vielen interessanten Informationen durch die Synagoge geleitet hat.

Zunächst lernten wir die leidvolle und bewegende Geschichte der Jüdischen Gemeinde in Münster näher kennen. Nach Kriegsende 1945 fand der erste Gottesdienst jedoch nicht in Münster, sondern im Wohnzimmer der Familie Spiegel in Warendorf statt. Der Gottesdienst in der Gemeinde konnte wieder aufgenommen werden, weil ein mutiger Bürger aus Warendorf eine Thorarolle vor der Zerstörung in der Reichspogromnacht bewahrte und nach Kriegsende der Gemeinde übergab.

Darüber hinaus erhielten wir viele bemerkenswerte Informationen zur Gebetsrolle in der Synagoge, der Thora: Die Herstellung einer Thorarolle mit circa 20 m Länge ist außerordentlich aufwendig: Pergament, also Tierhaut, wird mit einem Federkiel in Hebräisch beschrieben; schon drei fehlerhafte Stellen führen dazu, dass die Thora nicht mehr im Gottesdienst benutzt werden darf. Anhand eines kleinen Ausschnitts aus einer nicht mehr verwendeten Thorarolle konnten die Teilnehmer ihre aufwendige und kunstvolle Verarbeitung unmittelbar erfahren.

Wird aus der Thora vorgelesen, darf der Vorleser die Thora nicht mit den Händen berühren. Die Rolle selbst wird in einem kunstvoll verzierten Thoramantel aufbewahrt. Aus einem mit Vokalen ergänzten Text der Thora las ein Teilnehmer aus dem Kreis der Eltern vor.

Wir lernten auch einen besonderen Ritus des jüdischen Gottesdienstes kennen, das Spielen des Schofars, des Widderhorns.

Zwei Eltern entlockten hierbei erfolgreich dem Schofar Töne, was durchaus nicht leicht gewesen ist!

Nochmals ganz herzlich bedanken wir uns bei Ruth Frankenthal, welche uns trotz einer Erkältung eine wirklich tolle Führung in der Synagoge geboten hat!

Georg Hüsing