4.1.5 Physik
Der Physikunterricht am Ratsgymnasium stellt das Experimentieren, insbesondere die eigenständige Experimentierarbeit der Schüler, in den Mittelpunkt des Lernens. Die Schülerübungssammlung, die im Schuljahr 2009/2010 umfangreich ergänzt und erneuert wurde, ermöglicht eigene Experimente der Schüler in breitem Rahmen in allen Jahrgangsstufen. So gibt es zu den Themen Geometrische Optik, Mechanik, Elektrik und Elektromagnetismus Experimentierboxen für jeweils 10 Gruppen. Auch für andere Themen ist passendes Material vorrätig oder wird in Form von Stationenlernen aufbereitet, so dass die Schüler eigenständig experimentieren können.
Einen zweiten Schwerpunkt bilden die Dokumentation und Präsentation des Verlaufs und der Ergebnisse der Arbeit. Von der Erarbeitung einer sorgfältigen Heftführung und der Anfertigung von Versuchsprotokollen in der Klasse 5 bis zur Dokumentation von Stationenlernen größeren Umfangs in der Klasse 9 lernen die Schüler, ihre Arbeit unter angemessener Verwendung der Fachsprache zu dokumentieren.
Die Arbeit mit dem Computer bildet den dritten methodischen Schwerpunkt des Fachs Physik. In allen Jahrgangsstufen wird eine Textverarbeitung zur Protokollierung und eine Tabellenkalkulation zur rechnerischen Auswertung und Präsentation quantitativer Versuchsergebnisse in Diagrammen verwendet. Ab Klasse 7 sollen auch die Möglichkeiten von Präsentationssoftware wie z.B. PowerPoint zur Unterstützung bei Referaten genutzt werden. Seit dem Schuljahr 2009/2010 sind beide Physikfachräume mit active boards ausgestattet, so dass (u.a.) im Unterricht entwickelte Tafelbilder in darauffolgenden Stunden oder von den Schülern zuhause verwendet werden können.
Die ersten G8-Jahrgänge erhalten jeweils zwei Stunden Physikunterricht in der Klasse 5, einem Halbjahr der Klasse 6 und in den Klassen 7 und 9. Für die Schüler, die 2010/ 2011 in die 5. Klasse des Ratsgymnasiums eintreten werden, gilt, dass das Fach in der Klasse 5, in den Klassen 7 und 9 und in einem Halbjahr der Klasse 8 erteilt werden wird.
Der schulinterne Lehrplan in der Sekundarstufe I ist - angelehnt an den Kernlehrplan Physik - ausgerichtet auf die Vermittlung der Kompetenzen im Rahmen der Basiskonzepte Energie, System, Wechselwirkung und Struktur der Materie. Ein besonderes Augenmerk ist dabei gerichtet auf die prozessbezogenen Kompetenzen in den vom Kernlehrplan vorgegebenen Bereichen Kommunikation, Erkenntnisgewinnung und Bewertung. In der Klasse 5 wird anhand der Inhaltsfelder Elektrizität, Temperatur und Energie und Licht der Übergang vom spielerischen Experimentieren zum systematischen Planen, Ausführen und Dokumentieren von Experimenten vorbereitet. In der Klasse 6 schließt sich die Untersuchung optischer Instrumente und der Farbzerlegung des Lichts an. In der Klasse 7 bieten die Inhaltsfelder Kraft, Druck, mechanische Energie und Elektrizität Anknüpfungspunkte zum Mathematikunterricht, der in dieser Klasse lineare Funktionen und das Lösen von Gleichungen thematisiert. Dasselbe gilt in der Klasse 9 für das Inhaltsfeld Radioaktivität und Kernenergie, in dem wichtige Anwendungen von Exponentialfunktion und Logarithmus aufgezeigt werden können. Außerdem können hier Kenntnisse über den Aufbau der Atome aus der Chemie aufgegriffen und vertieft werden. Die Diskussion von Energie-umwandlungsprozessen sowohl im Erfahrungsfeld der Schüler als auch im großtechnischen Bereich zeigt in besonderer Weise, wie Naturwissenschaftler ihre Kenntnisse in die Gesellschaft einbringen und Verantwortung für ihr Handeln übernehmen müssen. Die Erkundung großtechnischer Anlagen wie Kohle-, Kern- oder Wasserkraftwerken bietet sich als Vertiefung des Unterrichts an.
In der Sekundarstufe II sind die Unterrichtsinhalte im Kern durch die Obligatorik des gegenwärtig gültigen Lehrplans und die Vorgaben zu den Sachthemen der Prüfungsaufgaben im Zentralabitur bestimmt. Absprachen mit den Kooperationsgymnasien über die Unterrichtsinhalte in der Stufe 10 bilden die Basis für eine erfolgreiche Arbeit in den Leistungs- und Grundkursen der Qualifikationsphase. Eine wertvolle Ergänzung des Unterrichts ist die Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Physik der Westfälischen Wilhelms-Universität und dem Fachbereich Physikalische Technik der Fachhochschule Münster/ Steinfurt. Durch Experimentalpraktika an der Fachhochschule und Vorträge von Professoren in der Schule erhalten die Oberstufenschüler einen wichtigen Einblick in Anwendungsbereiche und Berufsfelder, in denen physikalische Kenntnisse bedeutsam sind.
Ute Luft, Juli 2010
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