4.1.2 Chemie
Die Chemie ist die Naturwissenschaft, die sich mit dem stofflichen Aspekt der Natur einschließlich der Stoffwechselvorgänge lebender Systeme beschäftigt. Das Grundlagenwissen hat entscheidend zur Entwicklung unserer Industriegesellschaft beigetragen, die chemische Industrie stellt einen wichtigen Wirtschaftsfaktor unseres Landes dar. Chemieunfälle mit negativen Folgen, ökologische und medizinische Probleme können zu Vorurteilen und zur Ablehnung des Faches führen. Doch liefert die chemische Forschung auch Erkenntnisse, die zur Lösung ökologischer Probleme und zur Herstellung neuer Werkstoffe und Medikamente führen. Sie entwickelt auch Alternativen, die es ermöglichen, begrenzte Ressourcen zu schonen.
Die Chemie ist die Wissenschaft, die sich in allen Bereichen des menschlichen Lebens niederschlägt. Deshalb muss im Chemieunterricht eine Grundlage für eine sachorientierte Kritik- und Urteilsfähigkeit geschaffen werden, mit deren Hilfe sich die Schüler bei der Beurteilung chemischer Fragestellungen im persönlichen und gesellschaftlichen Bereich orientieren können.
Im Fach Chemie sollen daher folgende Aspekte besonders gefördert werden:
das Interesse an chemischen Sachverhalten und die Entwicklung eines vertieften Verständnisses für chemische/biochemische Vorgänge in der belebten und unbelebten Natur,
der sachgerechte und verantwortungsvolle Umgang mit Gefahrstoffen zum Schutz der eigenen Gesundheit und der Umwelt,
die Entwicklung eines vertieften Verständnisses für die Bedeutung einer schonenden und nachhaltigen Nutzung von Ressourcen,
die Schulung der Kritikfähigkeit bei der Nutzung neuer Anwendungsprodukte und der Anwendung neuer Technologien im Hinblick auf Auswirkungen und Gefährdung von Ökosystemen.
Im Chemieunterricht des Ratsgymnasiums stehen Experimente, insbesondere eigenständige Schülerexperimente und die daraus gewonnenen Erkenntnisse im Mittelpunkt des Lernens. Die Versuchsergebnisse werden mit herkömmlichen Methoden dokumentiert und mit Mitteln der elektronischen Informations- und Kommunikationstechnologien ergänzt. Die Ausstattung der Fachräume bietet gute Voraussetzungen für die Durchführung von Schülerexperimenten in breitem Rahmen in der SI und SII.
Computer werden im Experimentalunterricht zur Erfassung und Präsentation von Messwerten vor allem in der SII eingesetzt. Ein weiterer Anwendungsbereich ist die Erfassung und rechnerische Auswertung und Präsentation quantitativer Versuchsergebnisse ab Jahrgangsstufe 9. Darüber hinaus wird der Computer bei der Anwendung von Textverarbeitung und Präsentationssoftware in allen Jahrgangsstufen eingesetzt.
Die Erklärung von chemischen Vorgängen erfordert im besonderen Maße das Denken in Modellen. Die Entwicklung von Modellvorstellungen im Chemieunterricht besitzt in allen Jahrgangsstufen eine zentrale Bedeutung.
Fachinhalte
Die Fachinhalte des Chemieunterrichts in der Sekundarstufe I sind durch die gültigen Lehrpläne vorgegeben, die sich an den Kernkompetenzen orientieren.
In der Jahrgangsstufe 7 werden zunächst grundlegende Kenntnisse zum Stoffbegriff, zu den Stoffeigenschaften und den Stoffververänderungen bei chemischen Reaktionen vermittelt. Die Auswahl der untersuchten Stoffe orientiert sich an den Alltagserfahrungen der SuS. Weitere Inhalte sind "Luft" und "Wasser", "Metalle und Metallgewinnung". Hier werden ökologische Fragestellungen einbezogen. Methodisch werden die SuS dieser Jahrgangsstufe in die Grundtechniken des sicheren Experimentierens eingeführt.
Die inhaltlichen Schwerpunkte in der Jahrgangsstufe 8 sind der Aufbau des Periodensystems, die Einführung eines strukturierten Atommodells, die Art der chemischen Bindungen (Ionenbindung, Elektronenpaarbindung) und die Einführung der Symbolschreibweise. Im Rahmen des Inhaltsfelds Ionen und Ionenverbindungen werden mit entsprechenden Elektronenübertragungsreaktionen wichtige, alltagsrelevante Kontexte integriert.
In der Jahrgangsstufe 9 werden in den Inhaltsfeldern "Energie aus chemischen Reaktionen" und "organische Chemie" weitere alltagsrelevante Kontexte dargestellt und erarbeitet, z.B. elektrochemische Stromquellen, nachwachsende Rohstoffe, Eigenschaften organischer Verbindungen/Stoffklassen, Kunststoffe.
In der Sekundarstufe II sind die Unterrichtsinhalte durch die Obligatorik des gegenwärtig gültigen Lehrplans und die Vorgaben zum Zentralabitur vorgegeben.
Auch in der Sekundarstufe II werden unter den Leitthemen "Ablauf und Steuerung chemischer Reaktionen in Natur und Technik", "Chemie in Anwendung und Gesellschaft" und "Chemische Forschung - Erkenntnisse, Entwicklungen und Produkte" chemische Grundlagenkenntnisse mit konkreten Anwendungsbeispielen verknüpft. In der Qualifikationsphase werden die Vorgaben für das Zentralabitur in den hauseigenen Lehrplan optimal einbezogen. Durch die eigenständige Planung und Durchführung von Arbeitsprozessen, die selbständige Beschaffung von Informationsmaterial und die Präsentationen von Ergebnissen leistet der Chemieunterricht einen großen Beitrag zum selbständigen Lernen der SuS. Außerdem ergeben sich viele Möglichkeiten für das fachübergreifende Arbeiten.
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