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MINT-EC Camp in Gmunden
Was ist das?
"Der Verein mathematisch-naturwissenschaftlicher Excellence-Center an Schulen e.V. (Verein MINT-EC) ist eine Initiative der Arbeitgeber. Ziel ist es, mehr Nachwuchs für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik, die "MINT-Fächer", zu begeistern."
So spricht der Verein auf seiner Internetseite von sich selbst. Da auch das Ratsgymnasium seit einiger Zeit eine MINT-Schule ist, konnte ich auf Vorschlag von Frau Jansen an dem viertägigen Camp in Gmunden, Österreich teilnehmen, bei dem sich verschiedene Firmen vorstellten und uns einen Einblick gewährten.
Die Anreise
Die Organisation der Anreise lag in der Hand der Schüler. So kam es dann irgendwann dazu, dass ich nachts um 3:00 Uhr allein durch den Flughafen von Düsseldorf irrte und dann letztlich auf meinen Flug nach Salzburg wartete. Bereits bei der Gepäckausgabe am Zielflughafen traf ich andere Schüler aus Deutschland, die mit dem gleichen Flug nach Salzburg geflogen waren und auch am Camp teilnehmen wollten. Zusammen ging es dann mit dem Zug weiter zum Bahnhof in Gmunden, wo wir mit einem Jaguar in unsere Unterkunft gefahren wurden, die sich als Pension mit Seeblick, Pool und Sauna (die wir ausgiebig nutzten) herausstellte. Im Nachhinein bin ich richtig froh, dass ich nicht wie bei einem Schulausflug einfach in einen Bus steigen musste, der mich direkt zum Ziel fahren würde, da so alleine die Anreise schon eine Erfahrung war.
Die Teilnehmer
Neben insgesamt 25 Schülern aus ganz Deutschland, die in der Pension untergebracht waren, nahmen noch einmal ähnlich viele Schüler aus Österreich von einem örtlichen Gymnasium an den Veranstaltungen teil. Allein der Austausch mit den anderen Teilnehmern war schon sehr interessant, auch wenn, oder vielleicht gerade weil es dabei nicht nur um das eigentliche Thema der Veranstaltung ging, wenn wir uns im Restaurant beim Pizza essen, beim Bürgermeisterempfang mit Hot Dogs, im genannten Pool oder auf dem Weihnachtsmarkt unterhielten. (Wer hätte gedacht, dass man zur Fliege in Österreich "Mücke" sagt?)
Die Veranstaltungen
Schon kurz nach der Ankunft in der Pension ging das Programm los: Wir besuchten das Technologiezentrum Salzkammergut Gmunden. Das Zentrum verfolgt ein interessantes Konzept, nach dem kleine Firmen relativ günstig Büroflächen mieten können, sich mit den anderen Firmen im Zentrum austauschen und irgendwann, wenn sie mit ihrer Idee Erfolg hatten, ausziehen und sich selbst einen Firmensitz suchen. Man könnte es mit einer Art Brutstätte für Firmen vergleichen. Mehrere solcher Firmen stellten hier ihre Ideen vor und erklärten, wie sie zu dem geworden sind, was sie jetzt sind. Das Spektrum reichte von einem Hersteller von Verbrennungsanlagen bis zu einem Unternehmer, der Läufer mit GPS ausstattet und Routen vorschlägt.
Am nächsten Tag konnten wir uns selbst eine oder mehrere Firmen aussuchen, die wir besuchen wollten. Auch hier gab es eine große Vielfalt an Möglichkeiten. Ich entschied mich für die Firma Frauscher, ein Motoryachthersteller, der es bis zu CSI:Miami geschafft hat. Eine Angestellte der Firma zeigte extra für unsere kleine Gruppe von etwa 6 Leuten eine Präsentation und erklärte die Marketingstrategie und Philosophie der Firma. Anschließend konnten wir uns die verschiedenen Produktionsschritte bei der Herstellung einer solchen Yacht sowie die Materialverarbeitung mit Laserschneider und anderen Geräten bei einem Zulieferer für Frauscher ansehen. Als technologische Besonderheit baut Frauscher in einige Boote einen elektrischen Antrieb ein, der mit einer Brennstoffzelle betrieben wird. Später am Nachmittag besichtigten wir die Firma Fronius, welche Wechselrichter und andere elektronische Geräte und Schaltschränke herstellt. Neben einem Rundgang durch die beeindruckenden Lagersysteme erhielten wir einen Vortrag über eine Brennstoffzelle, die bei Fronius entwickelt und hergestellt wird.
Der folgende Tag galt der FH Wels. Dort wurden wir wieder in Gruppen eingeteilt. Meine Gruppe erhielt Eindrücke in die Materialverarbeitung von Metallen und Kunststoff, so haben wir z.B. die Elastizität und Reißfestigkeit von gehärteten und nicht-gehärteten Metallen getestet und konnten bei einem Kunststoffformguss zusehen, während uns die Maschine erklärt wurde. Außerdem wurden uns verschiedene Bearbeitungsweisen von Oberflächen gezeigt und deren Effekt demonstriert. Im zweiten Teil ging es um Solartechnik. Die Funktionsweise wurde uns erläutert, sodass wir selbst Solarzellen bauen und an einem Lautsprecher testen konnten. Zum Abschluss haben wir die Solaranlage auf dem Dach der FH gesehen.
Am letzten Tag des MINT-EC Camps Gmunden 2009 gab es noch einen kurzen Rückblick, der für mich, sowie auch für die meisten anderen, ausgesprochen positiv ausfiel. Danach ging es zurück nach Deutschland, für mich nach Münster.
Mein Fazit
Ich kann die Teilnahme an einem solchen Camp nur empfehlen. Meine ersten Bedenken waren, dass ich mit den anderen Teilnehmern über nichts als Schule und Wissen und Bildung reden könnte, da es ja eine Veranstaltung zur Begabtenförderung war, jedoch stellte sich heraus, dass ich dieses Bild zu Unrecht hatte. Mit einigen Teilnehmern stehe ich auch jetzt noch in Kontakt.
Marius Brinker
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