Exkursion: "Spuren des Kolonialismus in Münster"

Am 30.04.2010 machte sich der Geschichtsgrundkurs 2 der Stufe12 gemeinsam mit seinem Lehrer Matthias Knäpper und der Studienreferendarin Claudia Strieter auf, nach "Spuren des Kolonialismus in Münster" zu suchen. Im Unterricht hatten sich die 16 Schülerinnen und Schüler des Kurses gerade mit dem "Kolonialismus des Deutschen Reiches" beschäftigt. Dabei hatten sie sich auch mit der Frage auseinandergesetzt, ob der Krieg zwischen den deutschen "Schutztruppen" und den Herero und Nama in Deutsch-Südwestafrika als "Völkermord" oder "Genozid" zu bezeichnen ist.
Vor diesem Hintergrund bot die erste Station der Exkursion - das Münsteraner "Train-Denkmal", das an der Promenade in Höhe des Ludgerikreisels der gefallenen Soldaten des Westfälischen Train-Bataillons Nr. 7 im Ersten Weltkrieg (Stele), in China ( Bronzeplatte) und Deutsch-Südwestafrika ( Bronzeplatte) als "Helden" gedenkt - erneut Anlass diese Frage zu diskutieren. Die Referate von Art, Alena und Hendric, die in die Entstehung des Denkmals, seine Symbolik und die darum in den 1980er Jahren in der Münsteraner Öffentlichkeit geführten Diskussion einführten, lieferten die nötigen Hintergrundinformationen, um darüber zu diskutieren, ob das Denkmal den Forderungen des Afrikanischen Arbeitskreises entsprechend um eine Gedenktafel erweitert werden sollte, die dem Heldengedenken ein Gedenken an die Verbrechen deutscher Soldaten an der indigenen Bevölkerung Afrikas entgegensetzt.



An der zweiten Station - der "Tuckesburg" auf dem ehemaligen Zoogelände der Stadt Münster - stellten Jonas, Martin und Linda Fotos vor, die belegen, dass auch im Landoischen Zoo die zwischen den 1870er und 1940er Jahren in Deutschland verbreiteten "Völkerschauen" veranstaltet worden sind. Die Zurschaustellung von Menschen als exotische Objekte und die dabei vermittelten Bilder von fremden Kulturen mit den darin enthaltenen rassistischen und sozialdarwinistischen Denkweisen rückten so näher an die Schülerinnen und Schüler heran. Insbesondere die von Linda vorgestellte, im Jahre 2005 in der deutschen Öffentlichkeit ausgetragene Debatte um das Vorhaben des Augsburger Zoos, als besonderes "Event" ein afrikanisches Dorf zwischen den Gehegen der nachgestellten afrikanischen Steppenlandschaft entstehen zu lassen, bot Anlass zur kritischen Reflexion.



Zuletzt aktualisiert am 23.07.2010
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