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Exkursion der Klasse 7b im Schuljahr 2009/2010
Bericht zum Tagesausflug der Klasse 7b von Anja Feldmann
Am Freitag, den 21.05.10 haben wir mit der gesamten Klasse 7b im Rahmen des Geschichtsunterrichtes mit unserer Lehrerin Frau Wessels und Herrn Scheiter einen Ausflug in das Lepramuseum Kinderhaus und in das Stadtarchiv in der Speicherstadt in Coerde gemacht.
Nach dem Besuch des Leprosenhauses von 8-10 Uhr sind wir mit dem Bus in die Speicherstadt gefahren.
Im Stadtarchiv haben wir uns zuerst in einem Seminarraum versammelt, wo uns Frau Link eine Einführung über die Arbeit des Stadtarchivs gegeben hat. Wir haben gelernt, dass man hier Akten über Personen aus Münster, Urkunden, Akten über Ereignisse, alte Stadtpläne, alte Dokumente, Schriften zur Geschichte der Stadt und auch frühere Kriminalakten finden kann. Im Archiv werden also alte, aber auch neue Dokumente aufbewahrt.
Die Leute, die die Dokumente sortieren, die neuen Dokumente analysieren, forschen, die Dokumente aufbewahren und für Fragen zur Verfügung stehen, nennt man Archivar oder Archivarin. Sie stehen unter Schweigepflicht. Frau Link ist auch eine Archivarin.
Uns wurde erklärt, dass die allerwichtigsten Unterlagen in einem atombombensicheren
Stollen im Schwarzwald geschützt sind. Doch dort liegen nicht die Originale, sondern nur deren Filmstreifen, also Negative auf einer Filmrolle.
Das Stadtarchiv Münster ist früher beim heutigen Standesamt auf der Hörsterstraße gewesen. Eingebrochen wurde noch nie. Ein Einbruch wäre auch eine Katastrophe genauso wie ein Feuer.
Im Stadtarchiv, darf jeder -egal welches Alter- die Dokumente lesen. Man darf Personenakten aber nur dann einsehen, wenn die betroffene Person schon gestorben ist. Sind es andere Akten, kann man sie erst lesen, wenn sie mind. 30 Jahre alt sind. In Akten zur eigenen Person erhält man jederzeit Einsicht. Öffentliche Zeitungen von früher darf man auch immer lesen. Im Stadtarchiv wird jedoch nichts ausgeliehen.
Die alten Dokumente besitzen eine Signatur, damit die Archivare die Dokumente besser wieder finden können.
Eventuell kommen später auch Klassenbücher und Abiturarbeiten ins Archiv. Jeder darf das Stadtarchiv für seine Recherchen kostenlos nutzen. Lediglich das Kopieren kostet 30 ct.
Dann haben wir einen Rundgang durch das Archiv gemacht. Zuerst waren wir im Büro einer Archivarin (Frau Körper). Sie muss sich unterschiedlich dicke Akten durchlesen, die eventuell auch Zeitschriften oder Postkarten enthalten Dann muss sie sie verzeichnen und Inhaltsangaben über das Dokument machen. Dies dauert unterschiedlich lange.
Akten können handgeschrieben oder gedruckt sein. Archivare müssen eine Ausbildung machen, in der sie auch alte Schriften lesen lernen. Trotzdem haben sie manchmal Probleme, etwas entziffern zu können. Die Archivarin hat uns auch erklärt, dass Akten durch Wasserschäden oder anderes teilweise schlecht lesbar sind. Früher war alles auf Lumpen geschrieben, welche nicht vergilbten. Ab dem 19. Jh. gab es fast ausschließlich Papier, welches aber schnell vergilbte, weil es aus Holz mit einem hohen Säureanteil bestand.
Danach haben wir die Werkstatt besichtigt, in der Archivalien gebügelt und geklebt werden. Das fertig bearbeitete Dokument wird dann in einen weißen Pappkarton gegeben und im Magazin aufbewahrt. Fast vollständig zerrissene Dokumente werden nur in Folien verstaut.
Als nächstes sind wir in den Lesesaal gegangen. Dort kann man selber forschen. Man findet hier auch die Verfilmungen von alten Zeitungen.
Ausnahmsweise durften wir dann einen Blick ins Magazin werfen. Sonst haben dort nur Angestellte Zutritt. Hier werden die Dokumente bei 17°C und 15% Luftfeuchtigkeit aufbewahrt. Es roch dort leicht muffig. Das Magazin besteht aus vielen aufdrehbaren Regalen, die nach Sachgebieten unterteilt sind. Wenn eine Akte entnommen wird, muss das an der jeweiligen Stelle vermerkt werden. Wir durften uns 2 Akten von der "Hexe" Greta Bünichmann anschauen.
Wir haben beim Besuch im Stadtarchiv Münster viele lehrreiche und interessante Informationen erhalten. Dieser Vormittag hat uns viel Freude bereitet.
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